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Quintenzirkel (Bastelanleitung mit Vorlage)

Quintenzirkel (Bastelanleitung mit Vorlage)

Der Quintenzirkel zum Selbstmachen:

Hier biete ich Euch eine Vorlage für die Anfertigung eines Quintenzirkels an. So müsst ihr keine kommerziellen Quintenzirkel kaufen, sondern könnt anhand der von mir erstellten Vorlage in relativ kurzer Zeit Euch einen eigenen basteln. Dieser ist zwar nicht der Schönste oder auch nicht der Beste, dennoch bietet er die Grundfunktionalität, die man oft beim Musizieren benötigt und es macht Spaß ihn zu basteln.

Falls Du es nachbasteln möchtest, benötigst Du folgende Materialien:

Utensilien Becher

  • Papierschere
  • Papierkleber
  • 1x Musterklammer (diese hält alles zusammen und macht es drehbar)
  • 1x feste Pappe auch ca. DIN A4 (diese bildet die stabile Rückseite des Quintenzirkels ab)
  • 1x Papier DIN A4 in weiß (für den Ausdruck von Seite A)
  • 1x InkJet-Folie, z. B. Avery Zweckform OHP InkJet Folie DIN A4, 0.11 mm, transparent, 2500, 2503 oder vergleichbar (für den Ausdruck von Seite B)
  • einen Tintenstrahl-Drucker, der am besten in Farbe drucken kann

Ausdruck Seiten A und B Quintenzirkel so sehen Musterklammern aus

Achtung! Diese Anleitung ist nicht für den Einsatz mit einem Laserdrucker geeignet. Die Seite B der Vorlage soll auf einer spezieller bedruckbaren InkJet-Folie ausgedruckt werden. Diese Folie darf niemals in einem Laserdrucker verwendet werden. Du brauchst am besten auch ein Team, das Dich bei der Durchführug der Arbeiten unterstützt. Dabei sollte unbedingt ein Erwachsener dabei sein, da bestimmte Schritte wie das Ausdrucken der Seite B auf eine InkJet-Folie teils etwas kniflig sind. Also leite lieber den Erwachsenen an. Du bist der/die Chefdesigner*in.

Wie gehst Du vor?

1. Schritt: alles ausdrucken

Druckereinstellungen Tintenstrahldrucker

  1. Drucke zunächst die Seite A auf Normalpapier (DIN A4-Blatt) aus. Sie ist schwarz-weiß und enthält die einzelnen Quintenschritte, wie C - G - D usw.

  2. Jetzt druckst Du die Seite B auf der InkJet-Folie aus. Achte hierbei darauf, die bedruckbare Seite der Folie zu verwenden. Bei der von mir verwendeten Folie von Zweckform war eine Ecke abgerundet. War diese rechts oben, dann wusste ich, dass die Vorderseite bedruckbar ist und konnte sie richtig herum in den Tintenstrahldrucker einlegen.

Ausdruck Seiten A und B Quintenzirkel ausgedruckte Seiten A und B

2. Schritt: Zusammenbauen (die Hochzeit)

Hinweis

  1. Klebe die ausgedruckte Seite A (Papierseite) auf eine stabile Pappe und lass es trocknen.
  2. Während Seite A trocknet, schneide Seite B (Folie) entlang des Kreises zu.
  3. Schneide jetzt die Pappe mit Seite A entlang des Kreises zu.
  4. Lege Seite B auf Seite A und piekse in der Mitte ein Loch für die Musterklammer.
  5. Schiebe die Musterklammer vorne durch das Loch der beiden Seiten und klappe hinten die beiden Flügel der Musterklammer auseinander.

Tipp: Damit die Musterklammer in der Mitte das Loch nicht ausfransen lässt, kannst Du aus einem kleinen Stück Pappe einen kleinen Kreis ausschneiden in der Mitte durchpieksen und diese zwischen die Folie und die Musterklammer platzieren. Dieser Kreis dient als eine Art Unterlegscheibe.

Fertig - hier siehst Du das Ergebnis

Ausdruck Seiten A und B Quintenzirkel Der zusammengesetzte Quintenzirkel

Wie nutze ich den Quintenzirkel?

Der Quintenzirkel besteht im Grunde aus zwei Ringen: Einem äußeren Ring für die Dur-Tonarten und einem inneren Ring für die Moll-Tonarten. Die Moll-Tonarten sind kleingeschrieben, z. B. e für E-Moll, a für A-Moll. Die Dur-Tonarten (im äußeren Ring) sind hingegen großgeschrieben, z. B. C für C-Dur, G für G-Dur. Auf Seite A meiner Bastelvorlage siehst Du dieses System übersichtlich dargestellt.

Die Seite B der Vorlage (Folie) stellt einen hellen, durchsichtigen Ausschnitt dar – eine Art Fenster, durch das man hindurchsehen kann. Während der Rest mit einem leichten Blau hinterlegt ist, konzentrierst Du Dich nur auf diesen Fensterbereich. Alles, was Du darin siehst, ist für die jeweilige Tonart wichtig – zum Beispiel, welche einzelnen Töne die jeweils gewählte Tonart enthält (tonleitereigene Töne).

Schritt 1: Den Ausgangspunkt finden

Nimm deinen gebastelten Quintenzirkel zur Hand. Drehe die Scheibe so, dass die C-Dur-Tonleiter auf 12 Uhr (genau wie bei einer Uhr) im hellen Bereich der Folie steht und das C sich direkt im roten Rahmen befindet. Dies ist Dein neutraler Startpunkt ohne Vorzeichen.

Quintenzirkel C-Dur Den Ausgangspunkt finden - C-Dur

Schritt 2: Im Uhrzeigersinn wandern (die Kreuz-Tonarten)

Wenn Du den Zirkel nach rechts (im Uhrzeigersinn) drehst, wanderst Du in Quintsprüngen weiter. Die jeweilige Tonart positionierst Du dabei wieder mittig im roten Rahmen.

  • C-Dur (Start): Du siehst sofort die tonleitereigenen Töne: C, D, E, F, G, A, H.
  • G-Dur (ein Schritt nach rechts): Drehst Du weiter zu G, erkennst Du, dass sich einiges verändert hat. Die Töne sind nun: G, A, H, C, D, E und F# (Fis).
  • D-Dur (ein weiterer Schritt nach rechts): Drehst Du wieter von G zu D, erkennst Du, dass die D-Dur-Tonleiter die folgenden Töne enthält: D, E, F# (Fis), G, A, H und C# (Cis),

Quintenzirkel D-Dur Im Uhrzeigersinn wandern - die Töne von D-Dur bestimmen

Achte hierbei auch auf die kleingeschriebenen Bezeichnungen, wie e im inneren Ring (Zahnrad). Achte auf die gelben Markierungen, die für Dich zum besseren Verständnis in die Grafik eingearbeitet habe.

Schritt 3: Vorzeichen auf einen Blick erkennen

Durch das Fenster im roten Rahmen siehst Du nicht nur die einzelnen Töne, sondern verstehst auch das System der Vorzeichen (# und b). Mit jedem Schritt nach rechts kommt ein Kreuz-Vorzeichen (#) hinzu, mit jedem Schritt nach links ein b-Vorzeichen. Die für die jeweilige Tonleiter gültigen Vorzeichen findest Du direkt unterhalb des roten Rahmens in den dargestellten Notenlinien.

  • C-Dur (Start): C-Dur hat keine Vorzeichen.
  • G-Dur (ein Schritt nach rechts von C-Dur): G-Dur hat genau ein Vorzeichen (#). Dieses steht in den Notenlinien auf der Position des F und zeigt Dir, dass in der G-Dur-Tonleiter der Ton F um einen Halbton erhöht wird – also von F zu F# (Fis).
  • D-Dur (ein weiterer Schritt nach rechts): Diese Tonart hat zwei #-Vorzeichen – eines beim F (Fis) und ein weiteres beim C, das dadurch zum Cis wird.

Quintenzirkel D-Dur-Vorzeichen Im Uhrzeigersinn wandern - die Vorzeichen von D-Dur bestimmen

Schritt 4: Entgegen dem Uhrzeigersinn wandern (die b-Tonarten)

Wenn du den Quintenzirkel entgegen dem Uhrzeigersinn drehst, verhält es sich prinzipiell genauso – nur die Vorzeichen ändern sich von # zu b.

  • F-Dur: Drehst Du die Scheibe so, dass F im roten Rahmen steht, erkennst du, dass zur F-Dur-Tonleiter die folgenden tonleitereigenen Töne gehören: F, G, A, B (Bb), C, D, E. Hier siehst Du im Fenster unter dem Rahmen das erste b-Vorzeichen auf der Linie des Tones H, was diesen zum B (international Bb) macht.

Schritt 5: Die Kadenzstufen (Stufenakkorde) verstehen

Mein Quintenzirkel zeigt Dir zusätzlich mit römischen Zahlen (I bis vii°) die sogenannten Kadenzstufen. Das ist besonders praktisch, um sofort zu sehen, welche Akkorde innerhalb einer Tonleiter als Dur, Moll oder vermindert gespielt werden.

Die Schreibweise der römischen Zahlen

Achte dabei genau auf die Groß- und Kleinschreibung:

  • Großgeschriebene Zahlen (I, IV, V): Markieren die Dur-Akkorde.
  • Kleingeschriebene Zahlen (ii, iii, vi): Markieren die Moll-Akkorde.
  • Das Zeichen vii°: Steht für den verminderten Akkord auf der 7. Stufe.

Beispiel 1: Die Akkorde in C-Dur

Wenn Du C-Dur im Fenster (roter Rahmen) eingestellt hast, kannst du die Reihenfolge der Akkorde direkt ablesen:

  • I = C-Dur (Grundton/Tonika)
  • ii = d-Moll
  • iii = e-Moll
  • IV = F-Dur (Subdominante)
  • V = G-Dur (Dominante)
  • vi = a-Moll (Moll-Parallele)
  • vii° = h-vermindert

Quintenzirkel D-Dur Kadenzstufen Bestimmen der Kadenzstufen in C-Dur

Beispiel 2: Die Akkorde in D-Dur

Wenn Du den Quintenzirkel so drehst, dass D-Dur im Fenster eingestellt ist, kannst Du die harmonische Abfolge der Akkorde wie folgt ablesen:

  • I = D-Dur (Grundton / Tonika)
  • ii = e-Moll
  • iii = fis-Moll (F#m)
  • IV = G-Dur (Subdominante)
  • V = A-Dur (Dominante)
  • vi = h-Moll (Moll-Parallele, international: Bm)
  • vii° = cis-vermindert (C#°)

Beispiel 3: Die Akkorde in D-Moll

Wenn Du den Quintenzirkel auf D-Moll (das kleine d unter dem F im roten Rahmen) eingestellt hast, ergeben sich folgende Stufen:

  • i = d-Moll (Grundton / Tonika)
  • ii° = e-vermindert (e°)
  • III = F-Dur (Moll-Parallele)
  • iv = g-Moll (Subdominante)
  • v = a-Moll (Dominante – im harmonischen Moll oft als A-Dur gespielt)
  • VI = B-Dur (international: Bb-Dur)
  • VII = C-Dur

Quintenzirkel D-Moll Kadenzstufen Bestimmen der Kadenzstufen in C-Dur

Dank dieser Anzeige auf dem Bastelbogen weißt du sofort, welche Akkorde harmonisch zusammenpassen, ohne sie mühsam im Kopf ausrechnen zu müssen.

Wenn Du ein wenig mit dem Zirkel herumexperimentierst, wirst Du ganz schnell den Dreh raus haben. Ab sofort wird Dir die manchmal etwas komplizierte Musiktheorie viel logischer erscheinen und Du wirst sie spielend leicht verstehen.

Viel Spaß damit und beim Musizieren.

Frau mit Laptop